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PROJEKTBESCHREIBUNG

„HALLE DER ZUKUNFT“ – OBERMAYR HOLZKONSTRUKTIONEN GES.M.B.H.

Die Firma Obermayr Holzkonstruktionen Ges.m.b.H. ist in Oberösterreich maßgeblich daran beteiligt, den Passivhaus‑ bzw. Niedrigenergiestandard in den verschiedensten Bauaufgaben gemeinsam mit den besten Architekten Oberösterreichs zu etablieren.

Diese Kompetenz auf dem Holzbausektor (z.B.: Bürogebäude MIVA-BBM Stadl-Paura – erster dreigeschossiger Holz-Bürobau im Passivhausstandard in OÖ, 2003; Hösshalle Hinterstoder, 2002) soll bei der Errichtung einer firmeneigenen, großvolumigen Fertigungshalle nahezu zur Gänze aus Holz und Holzwerkstoffen zur Produktion von Wand‑, Decken‑ und Dachelementen für Bauten im Niedrigenergie‑ und Passivhausstandard (Einfamilienhäuser, mehrgeschossige Wohnbauten, Bürobauten, Hallen, Kindergärten usw.) ausgebaut werden.

Die Firmenphilosophie der energetisch und ökologisch optimierten Errichtung von verschiedensten Bauaufgaben soll sich auch im Konzept der neuen Fertigungshalle wiederfinden. Daher gelangen als Baustoffe in erster Linie Holz und andere nachwachsende/recyclierte Rohstoffe zum Einsatz.

Diese Halle der Zukunft dient auch der Schaffung von Kapazitäten für zwei kurz vor der Markteinführung stehenden Produkte im Holzelementbaubereich. Die Halle verfügt über eine Grundfläche von ca. 3.300 m² in drei Schiffen mit jeweils zwei Fertigungsplätzen. Für die Lagerung von trockenen Holzprodukten (KVH, Plattenwerkstoffe, ...) wird ein auskragendes Vordach an die Halle angebunden.

Die Belichtung der Halle erfolgt in erster Linie über Dachsheds, welche ein gleichmäßiges, blendungsfreies Licht (ohne direkte Sonneneinstrahlung) in der Halle gewährleisten sollen. Wandöffnungen sind für die Belichtung großer Hallen unzureichend. – In den Dachflächen wurden bis dato Nord-Sheds aufgrund der Blendungsfreiheit bevorzugt.

Eine Halle im Passivhaus- bzw. Niedrigstenergiestandard ohne große interne Wärme­gewinne benötigt jedoch solaren Wärmeeintrag. – Dies kann jedoch nicht mit Nord-Sheds erreicht werden, vielmehr sind südseitige Verglasungen anzuordnen. Diese bergen die Problematik der Blendung durch direkte Sonneneinstrahlung und der Überhitzungsgefahr im Sommer. Großflächige Jalousien sind im Industriebau nicht wirtschaftlich und würden die natürliche Belichtungsintensität verringern. Tages- und Kunstlichtsimulationen sollen für die Arbeiter optimale Lichtverhältnisse schaffen und den Stromverbrauch für die Be­leuchtung gegenüber den bestehenden Hallen dramatisch senken.

Die gewünschte Hallentemperatur im Winter liegt bei 15°C.

Sie soll im Passivhaus- bzw. Niedrigstenergiestandard errichtet werden, der minimale Restenergiebedarf voraussichtlich aus der firmeneigenen Biomasseheizanlage gedeckt werden.

Ein Schwerpunkt dieses Projektes ist die Gewinnung von Erfahrungswerten für die energetische Auslegung künftiger großvolumiger Hallen im Passivhaus- bzw. Niedrigenergiestandard, speziell der Einfluss von großflächigen Toröffnungen in Abhängigkeit von der Torgröße und der Dauer sowie Anzahl der Offenstände.

Entsprechende Werte werden mittels Langzeitmessungen ermittelt, die vorab erfolgten Simulationen dadurch überprüft und allenfalls die zugrunde gelegten Modelle überarbeitet 

Durch die Dachsheds und div. Zusatzmaßnahmen wird eine möglichst optimale natürliche Ausleuchtung der Arbeitsplätze erreicht werden, gleichzeitig dadurch der Kunstlichteinsatz minimiert und dieser, wenn erforderlich, möglichst tageslichtnahe gestaltet (erhebliches Stromsparpotential!).

Mittels Simulationen sollen die Verglasungsflächen sowohl in energetischer als auch belichtungstechnischer Hinsicht optimiert werden. Weiters sollen in den Simulationen belichtungs– und energietechnische Aussagen hinsichtlich optimaler Materialwahl (Dachfolie, Dachuntersicht) und allenfalls erforderlicher Lichtlenkung getroffen werden können.

 

Bei den südseitigen Verglasungen soll der Einsatz von „Raster-Isolierglas“ geprüft werden. Mögliche Vorzüge: Blendungsfreiheit, Reflexion der Wärmestrahlung im Sommer.

Eine Messreihe soll die verschiedenen natürlichen Lichtquellen und den Bedarf an Kunstlicht ermitteln und so die Simulation evaluiert und die Modelle allenfalls überarbeitet werden.

Schlussendlich soll eine Checkliste erstellt werden, welche die notwendigen Planungsparameter für die energetische und lichttechnische Optimierung künftiger großvolumiger Industriehallen enthält. Dies soll einerseits den künftigen Aufwand für ähnlich gelagerte Projekte minimieren und gleichzeitig deren Qualität sicherstellen helfen.

Die Halle soll ein Vorzeigeobjekt für den modernen Industriebau werden, bei dem neben Kosten auch ökologische und arbeitsklimarelevante Faktoren eine Rolle spielen.

Die für uns gebaute Halle wird im Team mit Architekten und Bauphysiker auch anderen Bauherren angeboten werden, für die optimierte Arbeitsbedingungen, minimierte Betriebskosten und ein zukunftsfähiger, ökologisch optimierter Baustandard mit maximalem Beitrag zu Klimaschutz wesentlich sind.

Diese Halle der Zukunft wird derzeit gebaut. Es liegen dieser Projektbeschreibung Fotos von der Bauphase bei. Weitere aussagekräftige Fotos werden in den nächsten Wochen nach Bauabschluss nachgereicht.

PROJEKTZUSAMMENFASSUNG

„HALLE DER ZUKUNFT“ – OBERMAYR HOLZKONSTRUKTIONEN GES.M.B.H.

Das Projektziel ist die Errichtung einer neuen großvolumigen Fertigungshalle nahezu zur Gänze aus Holz und Holzwerkstoffen und dabei Gewinnung von

-        Erfahrungswerten für die energetische Auslegung großvolumiger Hallen, speziell der Einfluss von großflächigen Toröffnungen

-        Kennzahlen für energieoptimierte Hallentore

-        intelligentes Tages- und Kunstlichtmanagement

-        Prüfung des Einsatzes von Rasterglas

-        Lichttechnisch optimierte Industriehalle

-        Langzeitmessungen und Überprüfung der vorab erfolgten Simulationen

-        Erstellung einer Checkliste, die die notwendigen Planungsparameter für die energetische und lichttechnische Optimierung künftiger großvolumiger Industriehallen enthält

Die Konstruktion der Wand- und Dachelemente soll nicht nur eine Minimierung des Energieverbrauchs während des Betriebs bewirken, sondern auch den Energieeinsatz bei Herstellung und späterer Entsorgung der Halle auf ein Mindestmaß reduzieren. (Konstruktion mit Holz, Dämmung mit Holz und Steinwollespänen = derzeit deponiertes industrielles Abfallprodukt).

Unsere Intention besteht darin, für die neue Produktionshalle keine zusätzliche Heizung anzuschaffen, in der wir Hobelspäne verheizen und somit den CO2-Speicherungseffekt der Späne neutralisieren, sondern vielmehr das im Betrieb anfallende Hobelspänematerial zu Dämmzwecken sowohl in den Außenwänden als auch teilweise im Dach einzusetzen. Die Hobelspäne sollen somit einer wertvollen und zukunftsträchtigen Verwertung zugeführt werden. Für die Wärmedämmung im Dach sollen überwiegend Steinwollespäne eingesetzt werden, ein in OÖ anfallendes industrielles Abfallprodukt, welches gegenwärtig deponiert werden muss, da es keinen Verwendungszweck gibt.

Um die Luftwechselzahlen in der Produktionshalle durch die notwendigen Stapler und LKWTransporte zu minimieren, sollen passivhaustaugliche TorSysteme zum Einsatz gelangen, welche gemeinsam mit den Herstellern für den Einsatzzweck zu optimieren sind.

Bei den südseitigen Shed – Verglasungen soll, um eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, der Einsatz von „Raster-Isolierglas“ geprüft werden (energetische und belichtungstechnische Vorteile versus eventueller Mehraufwendungen). Generell soll die Verglasung so optimiert werden, dass im Winter durch die Sonneneinstrahlung entsprechende solare Gewinne erzielt werden (energetische Simulationen,  thermodynamische Simulation).

Es soll ein intelligentes Tages- und Kunstlichtmanagement umgesetzt werden. Hiefür sind Simulationen geplant, um eine möglichst optimale Ausleuchtung der Arbeitsplätze zu erhalten, gleichzeitig den Kunstlichteinsatz zu minimieren und diesen, wenn erforderlich, möglichst tageslichtnahe zu gestalten.

Generell möchten wir als Holzbauunternehmen unter Beweis stellen, dass auch großvolumige Hallen nahezu zur Gänze aus Holz und Holzwerkstoffen errichtet werden können, dies wirtschaftlich ist und vor allem erhebliche energetische, ökologische und arbeitsklimatische Vorteile bietet.

Gemeinsam mit den Partnern kann ein neues Produkt, nämlich eine energetisch, ökologisch und arbeitsklimatisch optimierte Halle, am Markt angeboten werden, welches insbesondere für Unternehmen der Ökoenergie-, Biolebensmittel-, Umwelttechnikbranche u. dgl. gedacht ist. Für Unternehmen wird es zunehmend wichtig, die „verkaufte“ „Grün“-Philosophie auch selbst zu leben, um den Kunden gegenüber glaubwürdig zu sein.

Umgekehrt ist es denkbar, dass auch Unternehmen, deren Produkte ökologische Defizite besitzen, mit „grünen“ Hallen ihr Image verbessern.

Sämtliches für die Halle eingesetzte konstruktive Holz stammt aus oberösterreichischen Sägewerken, die hiefür auch Bäume aus oberösterreichischen Wäldern verwenden. Auch das für die Fassadenschalung und Dachuntersicht eingesetzte Holz stammt von oberösterreichischen Sägewerken (170m³)

Die Hobelspäne für die Wärmedämmung der Außenwände stammen aus der eigenen Produktion (600m3). All dies wird bei den Sägewerken in den traditionell betriebsschwächeren Wintermonaten geordert.

Die verstärkte Vorfertigung von Holzelementen sichert Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette Holz sowie bei anderen Zulieferern und Partnern aus der Region. Eine höhere Wertschöpfungstiefe des Holzes im Inland ist im Exportfall auch von volkswirtschaftlicher Relevanz. – Der Holzsektor ist bereits jetzt zweitwichtigster Devisenbringer und könnte seine Bedeutung bei höherer Wertschöpfung im Inland weiter steigern (Export von Fertigteilen statt Schnittholz...)

Die Halle soll Vorbildwirkung für andere Unternehmer haben, denen vorgenannte Vorteile wichtig sind. Auf diese Weise kann die Verwendung des Baustoffes Holz im Hallenbau multipliziert werden, wodurch letztendlich die Wertschöpfung des heimischen Rohstoffes Holz erhöht wird und die Erträge entlang der Wertschöpfungskette vom Land- und Forstwirt über die Sägewerke bis zum holzverarbeitenden Gewerbe verbessert werden können.

Die Ergebnisse der Daylight-Analyse und -Optimierung und die Kennzahlen der energieoptimierten Halle und ihrer wesentlichen Bauteile werden veröffentlicht. Es wird eine Checkliste erstellt, die Planungs‑ und Entwurfskriterien für ähnlich gelagerte Industriehallen enthält, um diese künftig effizienter, rascher und vor allem fehlerminimiert planen zu können.

Innovation und Produktentwicklung dienen der Sicherung und Erweiterung des Produktionsstandortes verbunden mit Umsatz- und Ertragssteigerung und Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen. 

Die für uns gebaute, energetisch, ökologisch und ökonomisch optimierte Halle wird im Team mit Architekten und Bauphysikern auch anderen Bauherren angeboten werden, für die optimierte Arbeitsbedingungen, minimierte Betriebskosten und energieeffizientes Handeln wesentlich sind.

Für die optimale Kombination aus Finanzierung und Förderungsabwicklung war uwe kroiss energiesysteme verantwortlich.

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Stand: 17.02.09